Über mich
Ich bin Linda, 32 Jahre alt und komme aus Duisburg. Studiert habe ich Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Technologie-und Innovationsmanagement. Derzeit arbeite ich als IT-Portfoliomanagerin bei einem "IT-Startup" der öffentlichen Verwaltung.
Sport war schon immer ein Teil meines Lebens, aber nie im klassischen Sinne. Ich habe mich nie auf eine Disziplin festgelegt, aber immer schon gerne ausprobiert, Dinge wieder verworfen und neu entdeckt. Tanzen, Fußball, Basketball, Schwimmen, Leichtathletik – alles mal ausprobiert, jede Art von Bewegung ist irgendwie klasse!
Rückblickend hat sich daraus mein Fundament ergeben.
Zu HYROX bin ich durch Zufall gekommen. Freunde haben mich darauf aufmerksam gemacht – und ich dachte mir: Warum nicht einfach mal ausprobieren?
Dieses Ausprobieren hat mein Leben komplett verändert. Und das nicht nur im sportlichen Sinne.
Mein erster Wettkampf war direkt ein Sieg in meiner Altersklasse. Noch viel prägender war aber das Gefühl danach: zu merken, dass ich mehr kann, als ich selbst erwartet habe. Mit einer Zeit, die schon damals international für Aufmerksamkeit gesorgt hat, habe ich mich selbst in die Elite gelaufen ohne auch nur einmal einen Gedanken daran verschwendet zu haben, dass dies überhaupt möglich wäre.
Was dann folgte, war kein geradliniger Weg – sondern einer, der sich aus vielen kleinen Entscheidungen zusammengesetzt hat.
Ich habe gelernt, meinem eigenen Gefühl zu vertrauen. Meinen eigenen Weg zu gehen. Mich nicht in starre Systeme pressen zu lassen, sondern Training, Alltag und Leistung so zu verbinden, dass es zu mir passt. Leistungssport und Vollzeitjob? No way- wird immer noch gesagt: "Das hälst du nicht lange durch, wenn du in einem von beiden erfolgreich sein willst, musst du dich entscheiden."
2022 wurde ich Vize-Weltmeisterin – der erste Moment, der mir gezeigt hat, dass ich nicht nur mithalten kann, sondern ganz vorne dabei bin. Ups und Downs dann in den Folgenden Jahren. Diverse Verletzungen, trotzdem Podiumsplatzierungen, Unkonzetriertheit während der Wettkämpfe, plötzlich ein innerer Wunsch mal gewinnen zu wollen. Herzlich Willkommen im Leistungssport :D
Und dann kam 2025.
Die Weltmeisterschaft in Chicago – ein Rennen, in dem einfach alles zusammengepasst hat. Ich konnte mich gegen die internationale Spitze durchsetzen und mir in 58:56 Minuten den Titel sichern.
Weltmeisterin.
Ein Wort, das sich immer noch besonders anfühlt. Nicht, weil es perfekt klingt – sondern weil ich genau weiß, wie viele kleine Schritte, Zweifel, Entscheidungen, schwierige, aber auch wunderschöne Momente dahinterstecken.
Was viele dabei immer noch übersehen: Hinter all dem steht kein Leben, das sich nur um Sport dreht. Ich habe parallel immer gearbeitet, meinen Alltag organisiert und gelernt, Leistung nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil meines gesamten Lebens. Und vorallem: Spaß am Fortschritt zu haben.
Vielleicht ist genau das der größte Unterschied.
Ich gebe alles für diesen Sport, der mich so sehr begeistert ohne andere Dinge, die mich als Person ausmachen aufzugeben.

Never Stop Smiling
Meine größte Stärke :) Spaß an jeglicher Bewegung und an Sport im Allgemeinen haben mich wohl schlussendlich zu Hyrox geführt. Wenn ich mich nicht wohl fühle oder ich nicht voll und ganz bei der Sache bin, sinkt meine Performance im Wettkampf sehr. Aus diesem Grund trainiere ich bspw. nach wie vor nicht nach einem festen Trainingsplan, sondern nach einem quasi täglich auf meinen Alltag angepassten Plan, den ich nicht nur abarbeite, um besser zu werden, sondern der mir vorallem auch täglich aufs neue zeigt, wo noch Potential liegt und wo Chancen sind, besser zu werden. Langeweilig? - Niemals :)
3 Dinge, die mir helfen, fokussiert zu bleiben:

Disziplin muss kein Zwang sein
Disziplin gehört nicht nur zum Leistungssport, sondern zum Leben dazu. Das dieser Begriff so negativ behaftet ist, finde ich sehr schade. Denn Disziplin bedeutet für mich nicht, sich zu etwas zu zwingen, sondern bewusst Entscheidungen für das eigene Ziel zu treffen. Es geht darum, Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen- auch oder vorallem an Tagen, an denen es schwer fällt.

Struktur bedeutet nicht gleich Druck
Strukturiert zu arbeiten wird auch oft unflexibel und nicht abpassbar gleichgesetzt. Mir gibt sie Orientierung, ohne mich dabei einzuengen. Für mich ist sie eine wertvolle Unterstützung, um meinen Alltag mit Training, Job und Regeneration in Einklang zu bringen.

Mentale Stärke wird nicht Härte
Um in dem Umfeld Leistungssport mit Druck und externen Erwartungen umgehen zu können, habe ich immer gedacht, ich müsste mir eine gewisse Härte aneignen. Inzwischen denke ich, dass es eher wichtig ist, ehrlich zu mir selbst zu sein, auf meinen Körper zu hören und meine eigene Balance zwischen Pushen und Loslassen zu fördern. Pushen, wenn es sein muss, loslassen, wenn es nötig ist.







